Leserbeitrag
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der Rubrik "Leserbeitrag" werden Leserbriefe/-meinungen
veröffentlicht. Für jene, die eine eigene Homepage zum Thema
ADD/ADHD besitzen, fügt ADDchaotic -nach Prüfung der
Webseiten- unter "Links" Fremdseiten ein.
Besonders wertvolle Links zu Webseiten mit verwandten Themen gibt es
unter der Rubrik "Top Links".
Danke
Micha von Hypies.de / von Liona
Neue
Seite ab dem 01.09. -> ADDChaotic.de
Kunterbuntes
Von:
Michael
Name
des Remote-Computers: 62.226.146.169
Datum:
07 Sep 2000
Kommentar
von Hypies.de
Grad
hab ich sie mir angeguckt, die www.ADDChaotic.de - etwas zu graphisch,
aber von der Wucht her ziemlich ungebremst.
Dort
soll noch ganz viel entstehen, Adressen, Schwarze Bretter und so
weiter. Das wäre dann die xte Seite im Net, aber mit etwas
Konkurrenz muß man leben.
Ich
finde die Seiten sehr sympathisch, weil authentisch und kein Hagius
wird dort jemals landen können, zu selbstbewußt kommt das
ganze daher - aber auch - Vorsicht, wie verletztlich und wie
himmelwärts-strebend im Aufruhr begriffen.
Tja,
das ist ein wildes Liona-ADD (nicht jedes ADD kommt so daher) dort und
ich denke, lieber solch eine neue Seite als konkurriende
Mitstreiter-Präsenz, als noch eine weitere ADD-Seite, die brav
abschreibt, was schon 1994 nicht ganz richtig oder aktuell war.
Also,
geht dort hin, staunt und kommt irgendwann auch mal wieder hierher,
sonst schreiben wir nix mehr und dann tut es Euch leid.
Michael
Ne,
wir dürfen nicht weinen, wenn neue Kinder im Netz auftauchen und
neue Klamotten haben und alle mit der Neuen spielen wollen. Bye, alle
... endlich allein mit den Kindern und niemand treibt einen mehr an.
Stand:
07. September 2000
(Dank
an Friedo)
vom
11.09.2000
Hallo
Liona
Herzlich
willkommen! Der Link ist Dir ja ein paar Tage vorausgeeilt.
Und was war das für eine Freude, als ich ihm erstmals nachging.
Zuerst was fürs Auge: Deine Grafik (mit dem geheimnisvollen Auge)
gefällt mir echt super ... was kostet das Original? <g>
Und
was ist das für eine Technik? Einerseits die Collagen, andererseits
erinnert es mich auch ein bißchen an Seidenmalerei - ärgere
Dich nicht, im Internet gilt bei mir meist:
"spekulierender Laie" am Werk <g>.
(Meine
Profession ist Telekommunikation, studiert habe ich Mathematik,
also in Kunst, Psycho, etc. eher Kategorie "Banause"
oder bestenfalls "Liebhaber".)
Und
dann was fürs Gemüt: Ganz unten in der Ecke der Name,
"Liona Toussaint", und schon habe ich Deinen verschmitzt lächelnden
Blick aus Conrad&Co vor mir.
Du
warst prima, und die Sendung insgesamt war prima. Schon bei so
manchem Vortrag habe ich Auszüge daraus mit eingebaut - Sandra sei
nochmals tausend Dank für die Video-Kassette.
Also
Spannung pur, was Du nun so bringst auf Deiner Homepage.
Und
wieder toll, ganz toll. Du zeigst, daß die Welt
zwischen Schwarz und Weiß eben nicht aus lauter
langweiligen Grautönen, sondern aus den schillernsten
Farben besteht. Also schon wieder: Gratulation - und
hiermit bestelle ich ... aber nein, kurzer Switch zur
getrennten Buchbestellung, ...
...
und schon geht es weiter:
Mit
besonderer Freude erfüllt es mich, wenn ich lese,
welche Rolle das Thom Hartmann Buch für Dich spielen konnte ...
exakt das, was ich Thoms großem Vorbild, dem
damals 90-jährigen Gottfried Müller, der
übrigens nichts von ADD wissen wollte, in Gerhards
Auto sagte:
"Für
tausende von Menschen wird es die Welt verändern, weil es ihnen
helfen wird, ihr Selbstwertgefühl zurückzuerobern."
Und
wenn ich Deine Sätze jetzt lese. Da war die ganze Mühe ja doch
nicht umsonst ... obwohl ... ja obwohl - und das stimmt mich traurig -
obwohl ich für die, für die ich die Übersetzung
eigentlich in die Hand genommen hatte, nämlich
meine eigenen Kinder, damit zu spät gekommen bin.
Und
wenn ich schon so beim Loben bin - was mir in der Regel
eher schwer fällt - hier noch der vorläufige Abschluß
meines Lobgesangs. Dabei spreche ich aus der Partner-
und Vater-Perspektive (habe selbst wahrscheinlich kein
ADD). Die ganz eindeutige Qualität Deines Buches
sind Deine ganz persönlichen Offenlegungen. Du
baust nicht Fassaden auf, sondern im Gegenteil, Du reißt sie
radikal ein. Ich denke, das ist eine sehr gute Vorraussetzung
für eine gegenseitige Verständnisannäherung von
nicht-ADDlern und ADDlern. Ich muß das Buch
natürlich erst einmal in der Hand halten, aber mein
(vielleicht vorschneller) Eindruck ist: Dein Buch
könnte DAS ADD-Partner-Buch schlechthin werden.
Und
noch einmal, Gratulation, für den Mut. Gerade für
einen ADDler ist es alles andere als leicht, sich so (das innerste
nach außen kehrend) öffentlich zu zeigen.
Ich
sehe, seit der quasi Fertigstellung des Buches sind
mittlerweile auch fast 18 Monate ins Land gezogen <g>.
Auf
jeden Fall machs gut, und mach weiter so ich bin
begeistert ... und vergiß nicht, die Grafiken, da auch
Tschüß
Friedo
Dank an Friedo (11.09.2000)
Liona
ADDchaotic@aol.com
wrote:
ich
schrieb als Bemerkung auf negative Reaktionen:
...
ich finde nicht das es werbung ist - sondern eine gute information.
werbung ist, um davon zu profitieren - ich leiste aber
aufklärungsarbeit und helfe add-betroffenen.
Friedos
Antwort:
Werbung
wäre es nur, wenn Du mal kurz reinschauen würdest,
Dein Buch anpreisen - was in der letzten Woche andere
schon längst für Dich hier erledigt haben - Du weiß ja,
ADDler sind meist schnell - und dann wieder ade sagen
würdest.
Kurz
und gut, so'n "dicken Fisch" möchten wir nicht gleich
wieder ziehen lassen. Und Dein Buch spricht für sich.
Da brauchst Du nicht darum kämpfen, ob Du irgendwo mal
Deinen Link unterbringen kannst oder nicht.
Grüße
Friedo
Sehr informative und auch künstlerisch schöne
Seiten, Die Nov 25 2003
Kommentar von: Sonja (leider ohne
eigene eMail)
*** bin begeistert
*** hat mir sehr geholfen *** e
Diese Seiten haben mir
bisher am besten von allen gefallen, obwohl es wenige Webseiten gibt,
welche vom Thema her mehr Infos bieten. Dennoch: bei ADDchaotic ist
alles sehr überschaubar und künstlerisch ansprechend. Es gibt
Infos hauptsächlich für Erwachsene mit ADS, Foren für
Erwachsene und Kinder, Chat, Gästebuch, gutes Forum,
Buchvorstellungen, viele hilfreiche Links und Auszüge aus dem Buch
"Mein Leben mit ADD" der Website-Macherin, welche auch Autorin ist.
Liona Toussaint berichtet in ihrem Buch über ihr Leben mit ADD.
Sehr offen geschrieben und für mich ein absolutes Muß dieses
Buch gelesen zu haben. Insgesamt bin ich begeistert.
Liebe
Liona,
Deine
Leseproben haben mich überwältigt. Da ich weiß, wie
schwer es ist, ein Projekt zuende zu bringen, möchte ich Dir etwas
Kraft wünschen, daß du es dennoch schaffst. Ich warte
darauf. "Navigation ist, wenn man trotzdem ankommt."
Als
kleine Anregung schicke ich Dir einen Text von mir, der in einem
längeren Briefwechsel mit einem Farmer entstand. Dessen Freundin
ist ein Hunter und sie argumentiert ihm gegenüber immer mit
Abhängigkeiten, die es ihr unmöglich machen... Was er nicht
verstand; ich versuchte es ihm zu erklären.
Ich
hoffe es gefällt Dir und ich setze auf Dich!!!
Gruß
Rudy
Samstag,
29.08.2000
[...]
Das
war nur ganz allgemein gesagt. Immer wieder gibt es
Auseinandersetzungen die zeigen, daß es selbst für die
Betroffenen (1.) schwer zu verstehen/zu durchschauen ist und (2.) man
auch deshalb nicht aus reellen Situationen fliehen kann, sondern auch,
sollte man was verstanden haben, dennoch in alle möglichen Fallen
tappt. Das Verständnis allein ist ja keine Lösung. Betroffen
bleibt man ein Leben lang. Also muß man ein Leben lang nach
Lösungen ringen. Und meistens überwiegen die Probleme, die
man damit hat. Man benötigt erheblich mehr an Energie,
Verständnis, Toleranz usw. um klar zu kommen. - Das ergibt dann
andererseits auch wieder Erschöpfungszustände, sowohl
körperlich, schlimmer noch geistig (zerstreut? Unsinn redend,
Geduldsfaden gerissen, usw.).
Und
dann geht´s erst richtig los. Wenn ADDler ein helles Köpfen
ist, dann weiß er natülich um die verpatzte Situation und
denkt sogleich, wie man´s hätte besser machen können,
bzw. in Zukunft besser machen kann. Und wenn er ein sehr sehr helles
Köpfchen ist, dann wird´s erst richtig kompliziert. Was
natürlich wieder einen weiteren Erschöpfungsmoment
verursachen könnte. Aber ich will nicht Ursache und Wirkung
verdrehen. Ich weiß noch nicht, ob die starken Schwankungen, nun
Ursache oder Wirkung sind. Ich glaub beides.
Jedenfalls
erklärt das mein Streben nach Lösungen (Perfektion). Aber
langsam, da gehe ich später noch einmal drauf ein. Das ist
nämlich nicht so einfach.
Erstmal
was anderes. Ich hoffe ich krieg das hin (seufz).
Ich
will mal versuchen Dir ein Denkmuster zeigen, was ich von Niclas
Luhmann habe. Er sagt, Paradoxien (oder Widersprüche) lassen sich
durch ortogonale Denkmuster auflösen. Ein Beispiel. Wir haben die
Unterscheidung abhängig/unabhängig. Wenn Du Dir das als
Scheibe vorstellst, wo verläuft die Trennung? Normalerweise hat
man eine intiutive Trennung im Kopf und dann könnte man sagen,
alles was nicht unabhängig ist, ist abhängig. Dann kannst du
hingehen, die Dinge anschauen und sagen, ok. das ist abhängig und
das ist unabhängig. So geht Logik, man könnte es auch
lineares Denken nennen. Ein Farmer würde jeden Tag das gleiche
sagen. Er könnte sich zwar bewegen und durch Verständnis
hinzulernen, aber wenn er eine neue Trennlinie hat, dann ist das wieder
so, jeden Tag gleich.
Bei
einem Hunter kommen noch gewissen Stimmungen (oder was anderes?!!!!!)
dazu - ich rede jetzt nur von mir, frei Schnauze, ich weiß nicht
ob sich das mit der offiziellen Meinung deckt. (Deshalb das Board, zum
abgleichen.) Die Stimmungen, die ich meine, stehen senkrecht
(ortogonal) auf der Scheibe abhängig/unabhängig. Und je
nachdem wie die Stimmung ausfällt, verläuft auch die
Trennlinie der Unterscheidung ganz anders und zwar jeden Tag anders.
Das
ergibt ein veränderliches interpretatives Muster im Kopf und je
nachdem, ergibt sich daraus ein veränderliches Verhalten. Das das
irritierend ist, ist doch klar. Jetzt merkt der Hunter das, weiß
aber nicht, wie er das in den Griff kriegen soll. Er kann sich nicht
auf eine einheitliche Linie festlegen, weil er es für sich nun
einmal heute anders sieht als morgen, bzw. wenn er es krampfhaft
versucht, dann gibt das eine Wort-für-Wort Definition oder
Interpretation, völlig unrealistisch, weil in anderer Hinsicht
unflexibel.
Ich
würde mal vermuten, wenn man das ständig durchmacht, die
anderen kritisieren einen dann einfach nur, meinen es aber
zunächst nicht so ernst, kommen dann irgendwann darauf, mit dem
stimmt was nicht. Dann nehmen die Kritikpositionen eine andere
Qualität an, nämlich erstmal "mit dem stimmt sowieso was
nicht" und dann die Situationsanalyse.
Und
der Hunter verliert an Überzeugungskraft (Selbstwertgefühl),
spürt das und seine Interpretation fällt nun wieder anders
aus. Ein Teufelskreis, der Probleme magnetisch anzieht. Dann leidet
darunter die Verständigung, weil der Hunter plötzlich
Begriffe durcheinanderschmeist. Als Kind würde man vermutlich
Schwierigkeiten haben überhaupt die
Sprachfähigkeit/Rechtschreibung zu entwickeln. Ein sich
verselbständigender Prozeß, wobei die Veranlagung in jedem
Moment wieder auf´s neue zuschlagen kann.
Mit
der Zeit entwickelt man Techniken (Kompensation) um zu überleben.
Z.B. wenn ich aufgrund irgendeiner Leistung geachtet werde und zwar
trotzdem, dann stecke ich alle Energie da rein, meine Leistungen zu
verbessern und weiterhin ein Argument zu haben, geachtet zu werden. Ich
glaube nämlich, daß ich sobald ich die Leistung nicht mehr
erbringen kann, wieder in den Strudel der Probleme gerate, der oder die
ja nicht beseitigt, sondern nur toleriert werden, aufgrund meiner
Leistung. Ansonsten bin und bleibe ich der, mit dem was nicht stimmt.
Das hat mir die Umwelt solange beigebracht, bis ich schließlich
selbst daran glaube. Und glaube heißt hier wirklich
unerschütterliche tiefe Überzeugung. Denn wenn einer mich von
was anderem Überzeugen will, dann bestätigt das das ganze ja
nur. Jeder der mir was anderes versucht begreiflich zu machen, versucht
mich von meiner geistigen Haltung und von meiner biologischen
Ausstattung zu erlösen. Das geht aber nicht. Also führt schon
die bloße Absicht in die Irre.
Wieso
also fällt dem Hunter es so schwer sich da auf eine Diskussion
einzulassen? Wissen tue ich das nicht, ich kann nur vermuten. Lasse ich
mich auf eine solche Klärung ein, dann glaubt der Andere (meist
ein Farmer), jetzt endlich etwas erreicht zu haben. Und am
nächsten Tag kommt dann wieder so ein Klopps. Das klärende
Gespräch hatte zu einem Ergebnis geführt, wo jeder zustimmen
konnte. Aber der Hunter wußte, daß er nur unter Vorbehalt
zustimmen konnte und hat es wahrscheinlich nur getan, um den Anderen
zufriedenzustellen. Aber er weiß, daß es am nächsten
Tag wieder von vorne los geht. Vielleicht mit einem anderen Thema. Aber
so werden "mit dem stimmt was nicht"-Positionen zementiert. Der Hunter
wird dadurch innerlich in die Isolation getrieben. Er fühlt die
Einsamkeit, die Leere um sich herum und kann es nicht verstehen
(depres-sive Phasen). Weil für ihn keine Verbindungen existieren.
Er, der Hunter, ist es, in dessen Verantwortung es liegt, wielange eine
Verbindung nicht zerbricht, mit enormem Kraftaufwand. Er lügt dich
an, der Hunter, obwohl er weiß, daß das eine Notlüge
ist, dennoch verschwimmen so Moralvorstellungen.
Lieber
Rudy, vielen Dank für Deine Zeilen plus Link und weiterhin viel
Erfolg
wünscht
Liona (ADDchaotic)
Dank an Susann
schrieb
mir am 14.09.2000
Liebe
Liona!
Gestern
bin ich auf Deiner Seite gelandet und fing an Dein Buch zu lesen. Ich
konnte nicht mehr aufhören! Es zieht mich derartig in den Bann,
daß alles andere in den Hintergrund gerückt wurde. Ich bin
absolut fasziniert von Deinen Lebensbeschreibungen und will versuchen
Dir zu erklären, warum.
Ich
heiße Susann , bin 31 , zum zweiten mal verheiratet, habe zwei
Töchter im Alter von drei und 10 Jahren . Meine ältere
Tochter ist aus erster Ehe.Vor etwa einem halben Jahr, las ich zum
ersten mal über ADD im Netz, und zwar von Rossi
"Selbstwertgefühl, Dissoziation und Identität".
Das
war es! Ich habe mich so genau widererkannt wie noch nie vorher, danach
habe ich alles verschlungen, was ich im Netz noch zum Thema finden
konnte, habe verschiedene Bücher gelesen, bin zum Hypie-Treffen
nach Berlin gefahren (ich wohne in Erlangen bei Nürnberg), habe
einen Therapeuten aufgesucht, bei dem ich hoffentlich bald eine
Therapie beginnen werde.
In
diesem Höhenflug der Erkenntnis über ADD und mein
Leben(konnte plötzlich Dinge aus anderen Blickwinkeln betrachte,
fühlte mich geistig befreit), wuchs in mir wieder die Idee des
Schreibens.
Schreiben
war immer schon die beste Möglichkeit für mich, mich
auszudrücken, denn in Gesprächen lenkt mich alles viel zu
sehr ab, als das ich einen klaren Gedanken ausdrücken könnte,
auch spüre ich oft so eine Distanz, die es mir nicht möglich
macht zu sprechen.
Ich
hatte die Idee ein Buch zu schreiben . Ein Buch über ADD und
über mein Leben und meine Gefühle, meine Erinnerungen und
meine Gedankengänge. Ich fing an, mir Notizen in ein kleines
Büchlein zu machen, legte am PC Ordner an mit Titeln:"
Kindheitserinnerungen ", "ADD, Psycho und Gehirn" , ich fing also an ,
endlich wieder voller Hoffnung. Aber Zweifel und Depressionen holten
mich wieder ein, der Nebel kehrte zurück, mittlerweile lastet
wieder eine Staubschicht auf diesen Anfängen und Ideen, und nun
lese ich Dein Buch auf Deiner Homepage, und nach all dem was ich
gelesen habe kann ich mir vorstellen, welche Mühe es Dich gekostet
haben mag, das alles zu schaffen. Ich kann ganz vieles was Du schreibst
absolut verstehen und nachvollziehen, Du schreibst so offen aus Dir
heraus...
Nun
habe ich einen Hänger, kann Dir weiter nichts schreiben,
weiß nicht was wichtig wäre und was nicht. Hier ein kurzer
Text von mir, den ich vor einem Jahr schrieb.Ich war an diesem
Freitagabend allein, ( ich bin sonst selten allein, habe tagsüber
die Kinder, abends ist Floh, mein Mann ,da; wir verbringen den abend
gerne zusammen, aber manchmal regt sich bei mir der Wunsch nach
Alleinsein, um meinen Gedanken nachzuhängen und ein paar davon
versuche ich gern schriftlich festzuhalten.)
Setzte
mich an diesem abend also an den Computer und fing einfach an zu
schreiben, wußte nicht was ich ausdrücken wollte, es kam
einfach so aus mir heraus.Da ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts
von ADD wußte, fühlte ich mich recht allein und unverstanden
, isoliert mit meinen Gedanken. Nun im Rückblick mit Wissen
über ADD finde ich meine paar Zeilen von damals sehr bezeichnend
für diese "Besonderheit" ADD:
Ich
wartete auf den Bus. Irgendwer hatte mir mal erzählt, man
verbringe das halbe Leben mit Warten. Sollte ich darüber entsetzt
sein? Die Wartezeiten sind mir ziemlich wertvoll. Meine Gedanken haben
freien Lauf. Wenn ich dann zum Beispiel an der Wursttheke
plötzlich doch noch drankomme, fühle ich mich als hätte
man mich beim Lesen eines Buches gestört.
Solchen
und ähnlichen Gedanken hing ich also nach, als ich auf den Bus
wartete. Ich wartete höchstens fünf Minuten. Als ich dann
einstieg kam es mir so vor, als würde ich von den Menschen im Bus
gemustert.
Ich
frage mich, ob alle Menschen dieser Gedankenflut ausgesetzt sind. Oder
ist es manchen vielleicht möglich NICHT ODER NICHTS zu denken. Ich
meine dieses Tagträumen, überlegen ob der Mensch der gerade
in den Bus einsteigt wirklich so gelangweilt ist wie er aussieht oder
ob unter der Fassade ein Gefühlssturm bebt.
Wie
ist es möglich, das Menschen versuchen sich gegenseitig
möglichst wenig wahrzunehmen? Wann wird die Entscheidung getroffen
miteinander in Kontakt zu treten? Das Bus fahren ist natürlich
eine besondere Situation. Wir sind weg, aber noch nicht ganz da.
Eigentlich ein Ort ohne Zeit und Raum. Eine Wartezeit. Im Bus ist jeder
für sich. Ein auftauchender Bekannter würde nur stören.
Man müßte sich zäher Konversation hingeben.
Warum
fällt mir, gerade mir, das so schwer. Ich könnte doch endlich
die Fragen stellen, die mich schon länger bewegen. Was macht also
die Konversation so angeblich zäh? Das mein gegenüber mir
keine Zeit läßt meine Gedanken auszusprechen? Oder will man
immer nur oberflächlich sein?
Was
entscheidet darüber welcher Mensch in unserem Leben so wichtig
wird, daß wir anders mit ihm reden können. Reine Chemie?
Schon möglich.
Liebe
Liona, ich würde mich sehr über Antwort von Dir freuen, ich
wünsche Dir alles Gute!
Susann
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Leser fanden die folgende Rezension hilfreich:
Seelischer
Tiefgang, 12. Dezember 2002
Rezensentin/Rezensent: sfera _/\_ Regina Wenke (Mehr
über mich ) aus Berlin
ADD eine Krankheit? Sicher nicht! Eine Störung - vielleicht -
für die "Farmer"!
Ist ADD nicht vielmehr der verzweifelte Versuch der Seele ans Licht zu
kommen, sich zu entfalten gemäß ihrer Natur, aus dem
Dornröschenschlaf zu erwachen? Sind es nicht die anderen, die eine
"Behandlung" bräuchten, damit auch sie aufwachen und erkennen,
verstehen - diese feinen, sensiblen Strukturen der Menschenseele, die
von Natur aus neugierig, wißbegierig und hungernd nach Liebe und
Anerkennung ist.
Aber die sogenannten normalen Menschen "die Farmer", "schlafen" noch
tief und quälen durch ihr Nichtwissen, ihr "Schubladendenken" und
ihre Ignoranz, ihre Unfähigkeit sich in den anderen
hineinzuversetzen, die zarten unschuldigen Seelen, die wachsen, wissen
und verstehen wollen.
So manch ein ADD-Kind und ADD-Erwachsener zerbricht am Kummer, weil er
sich alleine glaubt und völlig unverstanden fühlt.
Verzweiflung an sich selbst, am Sinn des Lebens und überhaupt...
Aber es gibt auch die positiven Beispiele -wie die Autorin beweist- die
zeigen, dass ein Mensch mit der "medizinischen Diagnose" ADD, nicht ein
Außerirdischer unter lauter Normalen ist, sondern ein Mensch ist
mit sehr starkem Willen wirklich zu leben und dafür zu
kämpfen. Er hat meist mehr Intelligenz, mehr Kreativität,
mehr Bewußtsein, mehr Temperament, mehr Gefühl, ja mehr von
allem, er fühlt und denkt intensiver - "lauwarm" zu sein ist im
ein Greuel!
Dieser Reichtum will ausgelebt werden, sich nicht beschneiden lassen,
unterdrückt werden, amputiert werden, nur damit der Mensch in die
üblichen Denkschubladen der "Farmer" paßt.
Die Autorin macht es dem Leser leicht, ADDler zu verstehen und ihnen
nachzufühlen oder sich selbst wiederzuerkennen.
Es geht darum, auch mal die Sichtweise des anderen einzunehmen!!!
Nur so können ADDler und Farmer miteinander leben und sich
gegenseitig akzeptieren und von einander profitieren.
Ein Buch das die Tiefen der Seele authentisch und hautnah beschreibt,
kein Fachchinesisch über ADD, sondern Gefühle pur, eben das
wahre Leben aus Sicht einer Betroffenen. Hoher Wiedererkennungswert
für mich als ADD-Leidensgenossin. Sehr empfehlenswert zu lesen!!!
Leser
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Tiefe Einblicke,
29. Oktober 2002
Rezensentin/Rezensent: Rezensentin/Rezensent aus Bochum
Ich habe die meisten Bücher zum Thema ADS, welche es im
deutschsprachigen Raum gibt gelesen - doch kein Buch hat mich so tief
beeindruckt wie dieses. Meine beiden Töchter (17/21) und ich sind
ADDler. Es war uns vorher nie möglich unsere Gefühle zu
beschreiben, erst in den Aussagen von Liona Toussaint hatten wir den
gewünschten und ersehnten Aha-Effekt. Dieses Buch bietet tiefe
Einblicke in eine ADD-Welt. Es zeigt jede Art von Besonderheit eines
ADDlers, egal ob im positiven wie im negativen Sinne. Wir sind froh
Liona Toussaints Buch entdeckt zu haben, da es uns unsere Einsamkeit
mit ADD genommen hat. Wir sind auch froh nun endlich erkannt zu haben,
daß wir mit unserem ADD nicht mehr verzweifelt sein müssen,
da Frau Toussaint uns den Weg beschrieben hat, wie man mit seiner
Andersartigkeit und seiner Besonderheit auch
Außergewöhnliches leisten kann. Sie zeigt, wie u.a.
Traurigkeit über das Mißverstandenwerden in potentielle
Kraft umgewandelt werden kann. Ich finde (auch meine Töchter)
dieses Buch als eine hevorragende Leistung. Seit wir dieses Buch
gelesen haben, fällt es uns viel leichter auch untereinander zu
verstehen und zu erkennen. Unsere Grauschleier haben Risse bekommen,
durch denen wir hindurchblinzeln und endlich Momente erleben
können, welche vorher nicht möglich waren.
Sehr empfehlenswert. Wir bedanken uns.
Leser
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... einfach
unglaublich, 14. Mai 2002
Rezensentin/Rezensent: Wibke aus Simmern
Dies ist ein phantastisches Buch für alle, die am Anfang einer
Diagnostik des ADS-Syndroms stehen und noch nach Erklärungen
suchen, die das eigene Leben betreffen. Ebenso für diejenigen, die
sich auf den Weg machen, mit dieser "Andersartigkeit" zurechtzukommen.
Und nicht zuletzt für die Menschen, die mit Betroffenen leben und
Sie verstehen wollen. Fiona L.-Toussaint verbalisiert auf sensibelste
Art und Weise und absoluter Offenheit die Eindrücke und Erlebnisse
ihres Innern sowie die Folgen einer zunächst unerkannten ADD.
Durch Ihre Worte scheint der Weg nicht ganz so schwer. Neben der
Besonderheit und nicht selten vokommmenden Begabungen säumen oft
psychosomatische Beschwerden, Depressionen oder etwa Angstzustände
als Merkmale oder Symptome das Leben. Dieses Buch hat mir sehr
geholfen, zu erfahren, dass ich mit meinen Beschwerden, Gedanken und
Verhaltensweisen nicht alleine bin. Es ist der erste Schritt "meines"
Weges – einer Betroffenen im Umgang mit einem Syndrom –
auch in der Reflexion, dass leider viel zu oft unerkannt bleibt und
einem Menschen schon in der Kindheit das Leben zur Qual machen kann.
Das Buch gibt Mut, vermittelt AHA-Erlebnisse und ich persönlich
erkenne mich in diesem Buch wieder, wie nie zuvor in einem Spiegel. Ich
wünsche mir, dass das Aufmerksamkeitssyndrom in naher Zukunft bei
allen Neurologen, Therapeuten und Ärzten allgemein soviel
Beachtung findet, dass alle Patienten die Chance auf ein "normaleres
Leben" bekommen. Ich freue mich schon auf Band II. Ich danke Fiona
für dieses Buch und fühle mich ihr sehr tief verbunden.
Dieser Weg endet leider nie, doch mit Fionas Beitrag ist ein wichtiger
Meilenstein gesetzt, eine "Verpflegungsstelle" auf dem beschwerlichen
Wege eines nie endenden Marathons. Ich bin begeistert!
Leser
fanden die folgende Rezension hilfreich:
Habe ich nicht
erwartet, 7. Februar 2002
Rezensentin/Rezensent: Rezensentin/Rezensent aus Berlin,
Deutschland
Obwohl ich die Leseprobe unter ADDchaotic schon gelesen hatte und ganz
angetan war, wurde ich abermals überwältigt. Eigentlich kennt
man nur Auszüge von Aussagen ADS-Betroffener. "Mein Leben mit ADD"
ist jedoch eines der Bücher überhaupt - zum Thema
Aufmerksamkeitsstörung für mich. Die plastischen
Schilderungen haben es mir ermöglicht, endlich einmal meine
Tochter (24 Jahre) zu verstehen. Ich selbst habe keine ADS. Hiermit
möchte ich mich bei der Autorin bedanken und spreche weiterhin an
alle meine Empfehlung aus. Ein informatives Buch für Betroffene
und Nichtbetroffene.
Leser
fanden die folgende Rezension hilfreich:
Bin begeistert,
3. Februar 2002
Rezensentin/Rezensent: Rezensentin/Rezensent aus Hamburg
Dieses Buch hat mich sehr bewegt und mich selbst sehen lassen. Es ist
erfrischend, mutig, traurig und sehr informativ. Die Autorin hat eine
außergewöhnliche Art der Beschreibung, wie sie mit dem
Aufmerksamkeitsdefizit lebt und umgeht. Insgesamt ist dieses Buch sehr
hilfreich, egal, ob man Elternteil eines ADD-Kindes ist, oder ein
betroffener Erwachsener. Ich kann nur sagen, daß ich sehr
begeistert bin und bisher kein vergleichbares Buch zum Thema ADS
gelesen habe, da es sich hierbei nicht um trockene Fachlektüre
handelt. Selbes gilt auch für die Webseiten der Autorin.
Leser
fanden die folgende Rezension hilfreich:
adlerfamilie,
26. Oktober 2002
Rezensentin/Rezensent: Rezensentin/Rezensent aus Berlin
Mir macht das Buch Angst. Wir alle ( 6 ADDler, davon 5 therapierte
)haben an unseren speziellen Ecken zu kämpfen, 'harte' ADDler sind
wir allerdings nicht. Ich kenne ADDler aller Ausprägungen,
Große wie Kleine und erlebe vieles aus der Bandbreite der
Schwierigkeiten und Emotionen, bei den Betroffenen und ihren
Angehörigen. Aber die Schilderungen im Buch sind teilweise so
verstörend, dass dies kein Buch sein kann, um ADD/ ADHD
grundsätzlich zu verstehen, man kann nur die Auswirkungen auf
einzelne ( hier Frau Toussaint ) nachvollziehen. Ein
Aufklärungsbuch ist dies in meinen Augen nicht, da seien u.a. die
Bücher von Cordula Neuhaus oder 'Zwanghaft zerstreut' von
Hallowell genannt. Die Schilderungen ihrer Jugendzeit und der Eltern
sind in meinen Augen unreflektiert. Ich bin auch ein 60'er Jahrgang und
damals war ADD/ ADHD in Deutschland gar nicht bekannt. Wie also sollten
die Eltern reagieren ? Das Wertesystem war doch ein ganz anderes als
heute. Fairer Weise hätte sie das berücksichtigen müssen
und da zeigt sich die Grenze dieses Buches. Die oft gestörte
Selbstreflektion von ADDlern. Dies sind Schilderungen einer
'gequälten' Seele, damit ist es in meinen Augen kein Buch für
Einsteiger, die erst mal handfeste Informationen brauchen.